Sehenswürdigkeiten der Normandie – Discover-Normandy

D-Day-Landungsstrände, Denkmäler, Museen und Soldatenfriedhöfe in der Normandie

Als am Morgen des 6. Juni 1944, dem „D-Day“, die unter der militärischen Bezeichnung „Operation Overlord“ zusammengefasste Landung der Westalliierten an der Küste der Normandie im Zweiten Weltkrieg begann, sollte es bis zum Ende des Krieges Anfang Mai 1945 nicht mehr ganz ein Jahr dauern. Das „D“ vor „Day“ steht dabei je nach Quelle für die Begriffe Departure (Abfahrt), Decision (Entscheidung), Delivery (Lieferung), Deliverance (Befreiung), Doomsday (Tag des Jüngsten Gerichts) oder Debarkation (Ausschiffung). Ein deutsches Äquivalent ist „Tag X“, Im Französischen wird der Tag häufig „jour J“ genannt. Die Dauer der gesamten Landung bis zum 30. Juni 1944 ist auch unter dem Namen „Operation Neptune“ bekannt.

Die im großen Stil geplante, angelegte und durchgeführte Offensive mit rund 150.000 Soldaten aus den USA, Großbritannien, Kanada, Frankreich, Polen und Norwegen sorgte zunächst für den schrittweisen Rückzug deutscher Truppen aus ganz Frankreich. Es folgten die Befreiung von Paris Ende August 1944, die Eroberung der ersten deutschen Gebiete ab Oktober 1944 und letztlich das Vorrücken bis zur Elbe im April 1945. Heute sind sich Historiker aus aller Herren Länder übereinstimmend einig, dass es ohne die mit großen Verlusten (ca. 68.000 Tote) einhergehende Invasion noch bedeutend länger bis zum endgültigen Kriegsende gedauert hätte.

Pointe du hoc

Pointe du hoc: Landungsdenkmal

Zu den D-Day-Landungsstränden zählten der jeweils in einzelne Abschnitte aufgeteilte Sword Beach (Oboe, Peter, Queen, Roger), Juno Beach (Mike, Nan), Gold Beach (How, Item, Jig, King), Omaha Beach (Charlie, Dog Green, Dog White, Dog Red, Easy Green, Easy Red, Fox Green, Fox Red) sowie Pointe du Hoc und Utah Beach. Die englischen Namen für die Strände gehorchten vor allem der bestmöglichen Planung und Orientierung für die mehrheitlich englischsprachigen Soldaten. Der Sword Beach befand sich zwischen Ouistreham und Saint-Aubin-sur-Mer, Juno Beach (Saint-Aubin-sur-Mer und Courseulles-sur-Mer), Gold Beach (La Rivière und Longues-sur-Mer), Omaha Beach (Colleville-sur-Mer und Saint-Laurent-sur-Mer). Die felsige Landspitze Pointe du Hoc, wo sich eine stark umkämpfte befestigte deutsche Stellung befand, liegt auf dem Gebiet von Cricqueville-en-Bessin. Utah Beach lag zwischen Pouppeville und La Madeleine.

An vielen Stellen der oben erwähnten Strände und Orte wurden nach dem Krieg bis heute oftmals besuchte Gedenkstätten, Mahnmale und Museen für die zahlreichen Gefallenen eingerichtet. Auch viele Soldatenfriedhöfe gibt es in der Region, die nach wie vor häufig von den Angehörigen, Freunden und Kameraden der dort zu Tode gekommenen Soldaten besucht und gepflegt werden. An der bereits erwähnten Pointe du Hoc steht seit 1979 ein Rangerdenkmal zum Andenken an die hier gefallenen US-Soldaten. In der Gemeinde Colleville-Montgomery kann das rekonstruierte ehemalige deutsche „Widerstandsnest 17“ (Hillman Bunker) besichtigt werden.

Omaha Beach: Soldatenfriedhof

Soldatenfriedhof am Omaha Beach

US-amerikanische Soldatenfriedhöfe befinden sich in Colleville-sur-Mer, wo 1998 auch eine Szene des Spielfilms „Der Soldat James Ryan“ von Steven Spielberg gedreht wurde, und bei Saint-James. Britische Soldatenfriedhöfe finden Besucher in besonders großer Anzahl. Beeindruckend ist etwa derjenige in Bayeux mit dem benachbarten Denkmal Bayeux Memorial. Weitere letzte Ruhestätten für britische Soldaten existieren in Bénouville, Brouay, Fontenay le Pesnil, Herouvillette, St. Desir, St. Manvieu, Secqueville-en-Bessin, Hermannville, Hottot les Bagues, Le Deliverande, Ranville, Ryes und Tilly-sur-Seulles. Kanadische Soldatenfriedhöfe gibt es in Bretteville-sur-Laize und Beny-sur-Mer. In Grainville-Langannerie haben 650 an der Invasion beteiligte polnische Soldaten ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Deutsche Kriegsgräberstätte in La Cambe

Deutsche Kriegsgräberstätte in La Cambe

Die größte deutsche Kriegsgräberstätte mit über 21.000 Toten liegt in La Cambe, weitere finden sich in Champigny St. André, Marigny (La Chapelle-en-Juger), Mont d’Huisnes (Huisnes-sur-Mer) und St. Désir-de-Lisieux. Ein aufwendig und liebevoll von seiner Familie gestaltetes Einzelgrab für den alliierten Soldaten James Gerald Marshall-Cornwall gibt es in Cahagnes. Gedenkstätten für schottische und walisische Gefallene existieren bei Tourmauville und Mortain sowie rund um Cherbourg. Die größten Museen zum Gedenken an die Landung in der Normandie sind das Friedensmuseum in Caen, Fort du Roule in Cherbourg, das Pegasusbrückenmuseum in Benouville, das Museum samt Denkmal in Merville und die Dauerausstellung in der Festung Montbarey in Brest.

Auf http://normandie-tourisme.fr können Sie sich eine Broschüre über die Landungsstrände und alle Museen und Sehenswürdigkeiten herunterladen. Wer sich wirklich umfassend informieren möchte, sollte sich einige Tage Zeit nehmen. Ferienhäuser in der Normandie gibt es auf www.ferienhaus-normandie.biz. Einige Hotels findet man vor Ort.

Eines der interessantesten Museen zum Thema ist das Museum Mémorial de Caen – ein Museum der europäischen Geschichte.

 

© Denkmal an die Landung der Alliierten in der Normandie von kirkandmimi | Pixabay
© Pointe du hoc: Landungsdenkmal von Joris1944 | Pixabay
© Soldatenfriedhof am Omaha Beach von lino9999 | Pixabay
© Deutsche Kriegsgräberstätte in La Cambe von Joris1944 | Pixabay