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Die Kathedrale von Rouen

Schon von Weitem zieht die Kathedrale von Rouen mit ihren drei Türmen aus drei Jahrhunderten die Blicke auf sich. Notre-Dame de l’Assomption de Rouen zählt zu den bedeutendsten Kirchenbauten Frankreichs: Hier residiert seit Jahrhunderten der Erzbischof von Rouen, Primas der Normandie, hier wurden die Herzöge der Normandie gekrönt, hier liegen sie begraben und auch das Herz von Richard Löwenherz ruht hier in einem prächtigen Sarkophag.

Die imposante gotische Kathedrale ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Den Auftakt zum  Bau des Gotteshauses gab Erzbischof Hugo IV. von Amiens in der Mitte des 12. Jahrhunderts. Er veranlasste den Bau eines frei stehenden Glockenturms auf dem Vorplatz der bestehenden Kirche, des Sankt-Romanus-Turms, heute der älteste Turm der Kathedrale. Etwa 1180 gab der Erzbischof dann den Auftrag, die romanische Kathedrale durch einen Neubau im frühgotischen Stil zu ersetzen. Um 1235/37 war die neue Kathedrale vollendet, deren lichte Weite die Besucher in ehrfürchtiges Staunen versetzt.

Über die Jahrhunderte veränderte sich das Gesicht der Kathedrale durch Umbauten im Stil der jeweiligen Zeit. Das schlichte, frühgotische Westportal verwandelte sich in eine reich geschmückte Schirmfassade mit zahllosen Statuen, die heute noch zu bewundern sind. Mitte des 15. Jahrhunderts erhielt der Sankt-Romanus-Turm sein heutiges Obergeschoss, wenige Jahre später entstand der zweite Turm der Westfassade. Der Butterturm, im klassischen Flamboyant-Stil gestaltet, ist nach einer Idee des Erzbischofs benannt: Gegen eine großzügige Spende entband er die Bürger Rouens vom Butterverbot in der Fastenzeit und finanzierte so den Turmbau.

Das Langhaus in der Kathedrale von Rouen

Das Langhaus in der Kathedrale von Rouen

Der dritte Turm der Kathedrale ist zugleich der außergewöhnlichste: Nachdem der alte Vierungsturm einem Gewitter zum Opfer gefallen war, entstand ein spektakulärer Neubau mit einer Spitze aus Gusseisen, dem Hightech-Material des späten 19. Jahrhunderts. Die filigrane Turmspitze, fertiggestellt im Jahr 1877, fasziniert noch immer durch ihre Leichtigkeit und die enorme Höhe von 151 Metern. Damit war die Kathedrale von Rouen für einige Jahre das höchste Gebäude der Welt und ist heute die höchste Kirche Frankreichs.

Für Kunstfreunde ist die Kathedrale von Rouen eine Pilgerstätte, denn ihre Schönheit inspirierte den großen Impressionisten Claude Monet zu einer Serie von über dreißig weltberühmten Meisterwerken, die den Kirchenbau in unterschiedlichen Lichtstimmungen zeigen. Die alte Bischofskirche kann sich aber auch hören lassen: Sie beherbergt eine große, historische Orgel, eines der mächtigsten Geläute Frankreichs und als besondere Spezialität ein 64-stimmiges Carillon, eines der größten Glockenspiele Europas, das regelmäßig für Konzerte genutzt wird.

Die Kathedrale befindet sich im Herzen von Rouen, ihre Adresse lautet:

Place de la Cathédrale
76000 Rouen.

 

© Die Kathedrale von Rouen von jackmac34 | Pixabay
© Das Langhaus in der Kathedrale von Rouen von DXR – Eigenes Werk, [CC BY-SA 3.0] über Wikimedia Commons