Sehenswürdigkeiten der Normandie – Discover-Normandy

Mont Saint-Michel

An der Grenze der Normandie zur Bretagne liegt im Département Manche auf dem Gemeindegebiet von Le Mont-Saint-Michel die ehemalige Benediktiner-Abtei Mont-Saint-Michel. Sie befindet sich auf der gleichnamigen Klosterinsel. Das Ensemble gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Inzwischen kommen Besucher aus der ganzen Welt, um die Abtei, den Klosterberg und die gotischen Kathedralen zu bestaunen.

Eine Reise ins Mittelalter

Die Klosteranlage gilt als eines der umfangreichsten, teuersten und schwierigsten Bauprojekte des Mittelalters. Die Bauphase des Klosters nahm mehrere Jahrhunderte in Anspruch. Nachdem dem Bischof von Avranches im Jahr 708 der Erzengel Michael im Traum erschien und ihn zu dem Bau aufforderte, begann dieser zögerlich die Anlage zu planen. Insgesamt zog sich die Bauzeit der kompletten Anlage über 500 Jahre. Die im 10. Jahrhundert errichtete Kirche Notre-Dame-sous-Terre diente im Jahre 996 Herzog Richard II. und seiner Frau Judith de Bretagne als Hochzeitskirche.

Architektonische Entdeckungstour

Wer Mont-Saint-Michel besucht, wird sehr schnell bemerken, dass die lange Bauzeit dafür Mont Saint-Michelsorgte, dass zahlreiche Baustile in der Klosteranlage zu finden sind. So finden sich sowohl Elemente aus dem Klassizismus als auch aus der Romanik und der Gotik. Doch nicht nur die Ansammlung an Stilrichtungen beeindruckt, sondern auch die Lage auf dem Mont Saint-Michel, auf dessen Spitze der faszinierende Gebäudekomplex thront. Granit zählt zu den häufig verwendeten Baumaterialien und findet sich in fast allen Gebäuden der Anlage. Das hochwertige Material wurde einst auf der Nachbarinsel abgebaut und direkt in der Klosteranlage verbaut.

Ein Komplex über drei Ebenen

Die einzelnen Gebäude der Anlage verteilen sich auf drei Ebenen. So finden sich auf der oberen Ebene neben der Abteikirche auch ein mittelalterlicher Schlafsaal, das Mönchsrefektorium, das Archiv, der Kapitelsaal und der Kreuzgang. Auf der mittleren Ebene finden sich der Wandelsaal der Mönche, die Kapelle der 30 Kerzen, eine alte Klosterkirche, eine weitere Kapelle, ein Schrägaufzug, eine Krypta, der Rittersaal, ein Gästesaal und eine Zisterne, die der gesamten Anlage als Wasserspeicher diente. Auf der dritten Ebene finden sich die Aquilon-Grypta, der Almosensaal und ein großer Vorratskeller. Es lohnt sich alle Ebenen zu erkunden, denn wer mit offenen Augen durch den beeindruckenden Gebäudekomplex streift, wird sehr schnell auch auf kleinere Kunstwerke wie Kalksteinreliefs stoßen.

Kulturerbe der Menschheit mit atemberaubender Aussicht

Mont Saint-MichelBereits im Jahr 1979 wurde das architektonische Meisterwerk von der UNESCO als „Kulturerbe der Menschheit“ hervorgehoben und gewürdigt. Schon der Blick vom Festland zur Insel verrät, dass es sich hier um keine gewöhnliche Klosteranlage handelt und dies spiegelt sich auch während der Besichtigung wieder. So lohnt es sich auf dem Vorplatz der Abtei kurz inne zu halten und den wundervollen Blick auf die Bucht zu genießen. Ganzjährig finden auch Konzerte und Veranstaltungen in der Abtei statt, sodass sich ein Besuch doppelt lohnen kann. Für Romantiker ist auch ein abendlicher Spaziergang in der Abtei sehr zu empfehlen.

 

© Abtei Mont-Saint-Michel von JacLou | Pixabay
© Abtei Mont-Saint-Michel von antonin77 | Pixabay
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